VIDAhof e.V.
Die Website eines Gnadenhofs bei Kleve — übernommen als halbfertiges Bestandsprojekt und zu Ende gebaut. Für openM!nded ist sie außerdem der Ort, an dem sich die eigene Arbeitsweise nachprüfen lässt: Was das Modell zugearbeitet hat, steht dort live auf der Seite.
Zur Seite: vidahof.de ↗
Ein Bestandsprojekt, kein weißes Blatt
Der Verein betreibt drei Höfe bei Kleve mit rund 130 geretteten Tieren und ist anerkannter Lernort Tierschutz. Die Seite muss deshalb mehr können als informieren: Patenschaften und Spenden einwerben, jedes Tier einzeln zeigen und eine Community tragen — Mitgliederbereich mit Registrierung und Dashboard, Forum, Spendenstrecke.
Begonnen wurde sie bei meinem damaligen Arbeitgeber und dort nie fertiggestellt. Ich habe das Projekt übernommen: fremder Code, fremde Custom-Module, dazu ein Baukasten, dessen Seiten als JSON in der Datenbank liegen. Neue Unterseiten habe ich deshalb bewusst als schlichte UIkit-Artikel angelegt statt im Builder — im Backend weniger komfortabel, dafür im Zweifel reparierbar.
Der Verein zahlt dafür nichts. Das ist so gewollt.
Die Fleißarbeit hat das Modell gemacht
- 148Alt-Texte, live auf der Seite
- 200+Fotos mit maschinell bestimmtem Ausschnitt
- 0Bilder, die dafür den Rechner verlassen haben
Jedes Tier hat einen Steckbrief, jeder Steckbrief ein Foto, jedes Foto braucht einen Alternativtext und einen Ausschnitt, der in zwei verschiedene Layouts passt. Bei rund 130 Tieren plus Hof-, Team- und Blogbildern sind das einige hundert kleine Entscheidungen, von denen keine einzelne interessant ist — und die zusammen Tage kosten.
Diesen Teil hat A!ley übernommen, das Modell, das hier ohnehin läuft. Kein Dienst in der Cloud, kein Upload, keine Vereinsdaten in fremden Händen.
148 Alt-Texte
Für jedes Bild ein beschreibender Alternativtext, erzeugt im selben Durchlauf wie alles andere. Sie stehen so auf der Seite — geschrieben habe ich sie nicht.
Beschreibungen für jeden Steckbrief
Jedes Tier hat ein Feld, das beschreibt, was auf dem Foto zu sehen ist. Das kommt aus dem Bild selbst, nicht aus den Unterlagen des Vereins — und ist damit genau der Teil, den vorher jemand hätte tippen müssen.
Bildwinkel für über 200 Fotos
Tierbilder, Team- und Hofaufnahmen: Das Modell bestimmt pro Foto den sinnvollen Ausschnitt und gibt ihn als Koordinaten aus. Übernommen wurden sie unverändert — nachgeschnitten habe ich nichts.
Bildmaterial für den Blog
Die Illustrationen der Blogbeiträge stammen aus der lokalen Bildgenerierung und sind in den Metadaten entsprechend gekennzeichnet. Fotos von Tieren sind selbstverständlich echte Fotos.
Gegengelesen wird trotzdem alles. Das Modell schlägt vor, ich entscheide — nur ist Entscheiden eine Sache von Minuten und Schreiben eine von Tagen.
Warum das mehr ist als Bequemlichkeit
Mehrere Tage Fleißarbeit
Ein kommunales Tourismusprojekt: Über 120 physische Ausstellungsstücke sollten ins Netz. Geliefert wurde, was in solchen Projekten üblich ist — Handyfotos in wechselnder Qualität und die Angaben verstreut über die E-Mails der Hersteller.
Pro Stück zwei Zuschnitte: die Totale mit Sockel und Plakette, die Nahaufnahme nur auf dem Objekt. Dazu die Angaben von Hand ins Schema, Alt-Texte selbst getippt, hochladen, nächstes Stück. Ich habe mehrere Tage daran gesessen — als Praktikant. Hätte es jemand anders gemacht, wären es bezahlte Entwicklerstunden gewesen, und die stehen am Ende auf der Rechnung des Kunden.
Ein Stapellauf über Nacht
Zwei der drei Handgriffe sind bei VIDAhof genau so gelaufen: Der Zuschnitt wird zur Koordinatenfrage, und die Alt-Texte entstehen im selben Durchgang. Der dritte — unstrukturierten Text aus Mails, Notizen und Datenblättern in ein sauberes Schema überführen, statt ihn abzuschreiben — ist dieselbe Mechanik, nur auf Text statt auf Bild angewandt.
Was bleibt, ist die Sichtung. Und die ist die eigentliche Arbeit: Ein Vorschlag, der falsch liegt, fällt in Sekunden auf. Ihn von Anfang an selbst zu schreiben, dauert Minuten — zweihundertmal.
Was das praktisch ändert
Zeit
Der Stapel läuft unbeaufsichtigt, weil er nichts blockiert: Das Modell ist ohnehin geladen. Meine eigene Zeit ging für die Sichtung drauf, nicht für die Arbeit.
Kosten
Fleißarbeit wird zum normalen Stundensatz abgerechnet und landet auf der Kundenrechnung. Hier fällt sie weg, ohne dass etwas fehlt.
Gleichmaß
Das zweihundertste Bild wird nach demselben Maßstab beschnitten wie das erste. Genau an dieser Stelle lässt ein Mensch zuverlässig nach — ich eingeschlossen.
Datenschutz
Nichts wird hochgeladen. Bei einem Verein mit Spenderdaten, Tierakten und Fotos von Mitarbeitenden ist das kein Nebenaspekt, sondern die Voraussetzung.
Wo die Zuarbeit sichtbar wird

Die Übersicht aller Tiere — hier zahlt sich aus, dass jeder Ausschnitt demselben Maßstab folgt. 
Ein Steckbrief. Die visuelle Beschreibung darin kommt aus der Bildanalyse, die Geschichte vom Verein.